Roll For The Galaxy

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Die Becher stehen bereit, die Startwürfel befinden sich entweder im Becher oder der Citizenry (ein persönlicher – im Idealfall wachsender-  Würfelpool aus dem am Ende jeder Runde Würfel gekauft werden können), oder fungieren als noch zu verkaufende Handelsware, was sie erst dann zu kaufbaren Würfeln macht. Alles ganz so wie es die ausgeloste Startwelt und -Fraktion ergeben hat.

Alle Würfel im Becher werden geworfen, das macht nicht nur einen Heidenlärm, sondern auch jede Menge Spaß. Einen der Würfel ordne ich einer seinem Ergebnis entsprechenden Fähigkeit zu. Die anderen lege ich zu ihren Ergebnissen und verstärke damit je nach Symbol, die von mir gewählte Aktion, oder hoffe, dass die anderen von meinen Mitspielern gewählt wurden.

Die Aktionen:

1.) Explore – neue Karten zum Siedeln oder Entwickeln ziehen oder Geld einnehmen
2.) Develop – Entwicklungen mit entsprechenden Würfeln vorantreiben
3.) Settle – Planeten besiedeln
4.) Production – einen Würfel auf produktionsfähigen Planeten in meiner Auslage ablegen
5.) Ship – produzierte Güter verkaufen für Geld oder Siegpunkte

 

 

Runde Eins:

Sichtschirme vor die Auslage – los gehts:

Mit gerade einmal vier Würfeln, fällt die Auswahl zwar nicht automatisch leicht, aber doch leichter als in späteren Zügen. Kurze Überlegung und Zuordnungsphase, alles was man will und braucht zeigen die Würfel sicher nicht. Man darf einmalig pro Runde (sofern man keine anderslautenden Entwicklungen besitzt, die vieles erleichtern) einen Würfel gegen Abgabe eines anderen, sozusagen umordnen (Reassignment), aber das ergibt am Ende einen Würfel weniger und man darf ihn nur zum Verstärken nutzen, keine Fähigkeit direkt damit auslösen.

Egal, ich habe in meiner Startauslage einen ganz guten Planeten für 3 Siedlerwürfel liegen, der bringt, sobald er mit ebendiesen drei Würfeln belegt ist einen grünen Würfel und das auch noch direkt in den Becher, also möchte ich Siedeln. Einen Würfel dafür habe ich, einen zweiten „reassigne“ ich mir, und der Dritte? Leider nur ein Produktionswürfel, das wird am Anfang kaum einer wählen, also kommt der fast sicher in den Becher zurück und steht mir samt dem aussortierten Würfel für das „Reassign“ in der kommenden Runde zur Verfügung. Fertig – kurz gucken – alle anderen auch. Hoch mit dem Sichtschirm, was machen sie? OK „Explore“ und „Entwicklung“ wird auch noch gespielt. Betrifft mich nicht, ich warte auf die Siedlungsphase und lege meine Würfel auf den zu besiedelnden Planeten.

Das wars für mich auch schon und, da nach dem Siedeln keine weiteren Phasen gespielt werden, weil nicht gewählt, war es das auch für die gesamte Runde. Jetzt kurz das Management. Ich könnte die Würfel umsonst vom noch unbesiedelten Planeten in den Becher geben – aber nee lass mal. Der Planet muss besiedelt werden. Dann habe meinen Startbetrag von einem $. Wow, davon kann ich 1 Würfel kaufen. Muss ich sogar – immer so viel bis entweder Würfel in der Citizenry oder alles Geld verbraucht ist alle sind. In diesem Falle ist es das Geld, das aber am Ende immer wieder automatisch auf 1$ steigt.

Ich nehme einen roten, die farbigen sind immer besser als die weißen, haben Joker etc. Am besten sind die gelben. (Alientechnologie) Das kennt man vom Kartenspiel.

Für die nächste Runde habe ich den Reassignment Würfel (der kommt direkt wieder in den Becher), den nicht verwendeten Produktionswürfel und den gerade gekauften, roten aus meiner Citizenry.

Also drei Stück, da sollte alles sitzen und vor allem brauche ich Geld. Da ich keine Waren hatte und auch schon gar keinen „Ship“ Würfel mit dem ich hätte Ware verkaufen können, benötige
D R I N G E N D, die Aktion „Explore“. Würfel schmeißen und hoffen wir das Beste. Die Würfel in den Plastikbechern sind dermaßen laut, dass man solange diese geschüttelt werden, die Musik nicht mehr hört, aber egal. Hauptsache Spaß. Dann: Die Würfel sind gefallen, die Musik wieder wahrnehmbar und die Grübelphase der nächsten Runde beginnt.

Kein „Explore“ dabei, Mist. Da hilft nur „Reassign“ Ein Würfel weg, den anderen unter „Explore“ legen und hoffen. Ein Würfel zeigt auf Siedeln nehmen wir. Damit ist der Planet am Ende dieser Runde fertig und ein grüner Würfel sicher im Becher. Schirme hoch. Jawoll, „Explore“ wird gewählt. Ich wähle aus den Möglichkeiten 1 Karte pro Würfel nachzuziehen und mich dann zu entscheiden, ob eine Entwicklung (Develop) oder ein Planet (Settle), unter meinen jeweiligen Stapel gelegt wird, oder pro Würfel 2$ zu bekommen. Keine Frage momentan – her mit dem Zaster.

Immerhin landen gleich vier Würfel in der Citizenry (Explore + dreimal Siedeln, da der Planet fertig ist). Das macht zusammen mit dem „reassignten“ Würfel, und dem grünen Würfel vom Planeten fünf Stück.

Was ich jetzt brauche ist:

a) Geld um die Citizenry leerzukaufen
und
b) Planeten um neue Würfel zu generieren.

Also keine Frage es muss „Explore“ kommen. Kommt auch und so kommt die Maschinerie langsam ins Rollen.  Aus wie vielen Würfeldurchgängen dieses Spiel gerade bestand, vermag ich nicht zu sagen. Aber es waren zum Einen: so einige zum Anderen wurde es aber zu keiner Zeit langweilig. Auch die im Grunde nicht vorhandene Interaktion störte nicht. Spaß war da immer und bei bisher jeder Partie.

Schnellvorlauf – immerhin befinden wir uns in der Zukunft.

Am Ende gab es ein Kopf an Kopf rennen (leider lag ich eher im Mittelfeld). Ein Spieler setzte auf Ausbau des Imperiums mit vielen hochpreisigen Welten und 6 Punkte Entwicklungen, der andere produzierte und transportierte fröhlich vor sich hin und kassierte pro Produktionsschritt im Idealfall 3 Siegpunkte. Es wurde knapper, wer macht zuerst dicht? Der Imperator mit den meisten Karten (bei ist Ende) oder der Händler indem alle ausliegenden Siegpunkte verbraucht waren? Diese beiden Möglichkeiten gibt es das Spiel zu beenden und dann bestenfalls für sich zu entscheiden.

Schließlich siegte das Imperium. Hochpreisige Planeten bringen ihre Kosten direkt wieder rein, indem sie am Ende die selbe Anzahl an Siegpunkten geben. Dazu die Sechser Entwicklungen, die Sechs Siegpunkte garantieren und noch die Chance auf einen satten Bonus eröffnen. Natürlich muss man das alles vorher mit entsprechender Anzahl an richtig liegenden Würfeln bezahlen, aber mit der ein oder anderen „Reassignment“ Zusatzfähigkeit, die die ganze Sache günstiger macht und vor allem die Möglichkeit eröffnet, mehrmals pro Runde zu „reassignen“, kann man dem Glück durchaus auch mal auf die Sprünge helfen. Ein bisschen ausgeliefert ist man den bunten Plastikbrocken aber dennoch.

Reassignment in verschiedenen günstigen Variationen? Ein Vorteil von unschätzbarem Wert – tja und Euer Erzähler, der hat diese Fähigkeiten eben nicht bekommen, und war daher abgeschlagen an vorletzter Stelle. Aber egal – Spaß hats gemacht und wenn der Spielabend nicht zu Ende gewesen wäre, weil alle am nächsten Tag wieder früh raus mussten, wäre es wahrscheinlich direkt wieder auf den Tisch gekommen. (Ist es dann aber eine Woche später).

Ein klare Empfehlung mit einem gesunden Mix aus Glück und Strategie. Leider momentan nur als US Import erhältlich. Viel englisch benötigt man allerdings nicht, nur ein wenig für Regeln, die Karten und Symbole sind relativ selbsterklärend. Derzeit unser Würfelspiel Nr.1 im Fundus.

Roll For The Galaxy

ist die mit weit über 100 Würfeln opulent ausgestattete Würfelspielumsetzung des erfolgreichen und komplexen Kartenspieles Race for the Galaxy, das mitsamt einiger Erweiterungen hierzulande bei Abacus Spiele und in den USA bei Rio Grande Games erschienen ist. Eine deutsche Umsetzung ließ lange auf sich warten, steht aber nun bei Pegasus Spiele in den Startlöchern. Ein Grund für uns, nochmals einen Blick auf dieses gelungene Würfelspiel mit seinen unterschiedlichen Siegstrategien zu blicken und Euch vielleicht noch einen kleinen Denkanstoß bei Eurer Kaufentscheidung zu geben.
Alter: ab 13 Jahren
Spielerzahl: 2-5
Spieldauer: 45 – 60 Minuten
Verlag: Rio Grande Games (deutsch bei Pegasus Spiele)

 

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Roll For The Galaxy
  • Unsere Wertung: - 8.5/10
    8.5/10

Kurzfassung

Wertung bezieht sich auf die engl. Version

PROS
- viele, viele und noch viel mehr bunte Custom Dice
- kein einfaches „… - The Dice Game“ sondern ein eigenständiges Spiel, dass seine Daseinsberechtigung hat
- durch Reassignment und andere Optionen viele Möglichkeiten den Glücksfaktor zu verkleinern, der das Spiel sonst kippen würde
- durch gleichzeitig spielen so gut wie keine Downtime
- wieder ein tolles System Würfel intelligent in einem Spiel zu integrieren
CONS
- Würfel leider nur bedruckt
- Die Startplättchen können schon viel entscheiden
- Fast schon ein doppelter Glücksfaktor durch ziehen der Planeten und Entwicklungen und dem Würfeln, Gottseidank gibt es Möglichkeiten die Würfel zu beeinflussen

8.5/10

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